031/2018 - FW5 KFB in Meppen

KFB´s aus dem Heidekreis auf dem Weg nach Meppen

„Wir brauchen keine Helden, wir brauchen Einsatzkräfte die heile wieder nach Hause kommen“

Walsrode, Heidekreis (jf) Nach der in der Nacht von Freitag auf Samstag erfolgten Anforderung der Hilfe aus dem Heidekreis sowie diversen Einsatzbesprechungen und Abstimmungen, machten sich die Kreisfeuerwehrbereitschaften Nord und Süd bereit für den Einsatz in Meppen. Die beiden Fachzüge Wassertransport und die beiden Fachzüge Wasserförderung aus den Abschnitten Nord und Süd gehen gemeinsam in den Einsatz im Raum Meppen. Ergänzt werden sie durch die Führungsgruppen, Teile der Logistikzüge der KFB-Süd und KFB-Nord sowie weitere BOS-Einheiten wie das DRK.

Die Führung der Einsatzkräfte wird abwechselnd durch die Bereitschaftsführer Nord, Wilfried Schleifenbaum und Süd, Andreas Bergmann sowie die Abschnittsleiter Matthias Meyer bzw. Richard Meyer erfolgen. Der Abmarsch aller Einheiten fand am Sonntag, den 23.09.2018 kurz nach 08.00 Uhr in geschlossenem Verband ab dem Katastrophenschutz-Zentrum Schneeheide statt. Richard Meyer, der den Kreisbrandmeister Thomas Ruß vertritt - dieser weilt als Hauptorganisator beim 150-jährigen Jubiläum des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Lüneburg - verabschiedete die Ehrenamtlichen und bedankte sich für die Bereitschaft, im Rahmen des Katastrophenfalls Hilfe zu leisten. Er machte in seinen Worten deutlich, dass „keine Helden gebraucht werden, sondern besonnene Einsatzkräfte, die heile und gesund wieder nach Hause kommen“.

Auch der Landrat Manfred Ostermann, der es sich nicht hat nehmen lassen die Kräfte persönlich zu verabschieden, machte deutlich wie wichtig die Hilfe ist. „Die erschöpften Bewohner und Einsatzkräfte in Meppen brauchen sie, es ist kein ungefährlicher Auftrag, passen sie auf sich auf“, so der Landrat zu den angetretenen ehrenamtlichen Helfern. Ein Dank geht auch an die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter für diesen Einsatz freigestellt haben sowie an die Familien der eingesetzten Kräfte, die auf Ehepartner und Elternteil verzichten müssen. Ziel der Helfer ist es, um 12.00 Uhr den vorgegebenen Einsatzraum zu erreichen. Die geplante Einsatzdauer ist auf 48 Stunden, d.h. bis Dienstagmittag, angelegt. Wo genau die rund 130 Kräfte eingesetzt werden und was genau der Auftrag sein wird, stellt sich noch heraus.

 

Update Montag 24.09.2018 ca. 11 Uhr

Heidekreis (jf) Wie der stellvertretende Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Heidekreis Thomas Klamet mitteilte, sind die Einheiten aus dem Heidekreis seit dem frühen Sonntagnachmittag im Einsatz. Die Aufgaben für die beiden Wassertransportzüge sind die Brandbekämpfung beziehungsweise der Betrieb einer Riegelstellung. Die Wasserförderzüge betreiben eine Förderleitung zur Füllung eines Löschwasserteichs. Ein Großteil des benötigten Löschwassers wird von mehreren Wassersystemen aus der knapp 10 Kilometer entfernten Ems gefördert. Die geförderten Wassermengen belaufen sich auf 8000 Liter pro Minute. Weitere Einheiten aus Emden, Emsdetten, Hannover und Osnabrück sind dort eingesetzt.


Zum Teil müssen die Wege ins Moor immer wieder mit Radladern und Sand/Kies wieder befestigt werden, damit die schweren Einsatzfahrzeuge diese befahren können. Die Wetterlage am Sonntag war kalt und regnerisch. Ersten Kräfte gingen gegen 20:00 Uhr in die Nachtruhe, die Arbeiten werden für den 24h-Dienstbetrieb vorbereitet. Die Stimmung vor Ort war und ist weiterhin gut. Mittleiweile hast sich die Situation der Verpflegung eingependelt und funktioniert, die Fachzüge Logistik unterstützen dabei tatkräftig. Obendrein transportiert der Logistikzug die Einsatzkräfte von der Unterkunft (Turnhalle) zum Einsatzgebiet und zurück.

Der Kreisbrandmeister Thomas Ruß befindet sich aktuell auf der Anfahrt zum Einsatzraum, genau wie die Führungsgruppe der KFB-Süd und der Abschnittsleiter Süd Richard Meyer, die den weiteren Einsatz bis morgen koordinieren werden.

 

Update Montag 24.09.2018 ca. 21 Uhr

Heidekreis (jf) Die Einsatzkräfte aus dem Heidekreis haben den Montag über weiterhin die bekannten Aufgaben, nämlich Aufrechterhaltung der Riegelstellung und Wasserförderung, erfolgreich durchgeführt. Die Zusammenarbeit der Einheiten aus dem nördlichen und südlichen Heidekreis klappte problemlos und war als sehr erfolgreich anzusehen. „Das Mischen der Züge war eine gute Idee, so hatten wir nur Einheiten vor Ort, die auch wirklich eingesetzt wurden“, so der Bereitschaftsführer Wilfried Schleifenbaum aus Soltau.

Denn der Einsatzschwerpunk lag bei der Wasserförderung und Brandbekämpfung, die Flammen befanden sich mehrere Meter in der Tiefe, von oben wurde massiv Löschwasser auf die Flächen gepumpt bis es an der Oberfläche Pfützen bildete - kurz danach war es aber wieder versickert und das Feuer kam erneut durch. Daran kann man erkennt, wie schwer Brände im Moor zu löschen sind, und hierbei hätten die Fachzüge Technische Hilfeleistung bzw. Personal nicht so optimal genutzt werden können, da sie naturgemäß andere Aufgabenschwerpunkte und entsprechende Ausrüstung haben.

Die Mitglieder des Fachzuges Logistik mussten bei diesem Einsatz nicht selber kochen, daher wurden sie zum Transport der Verpflegung und Mannschaften eingesetzt. Gegen Mittag wurde die Führungsgruppe Nord durch die Führungsgruppe Süd ersetzt, auch dieser Wechsel verlief ohne nennenswerte Probleme. Dabei anwesend war auch der Kreisbrandmeister Thomas Ruß, der motivierende Worte an die Mannschaft richtete und sich für den ehrenamtlichen Einsatz bedankte.

Die Gesamtlage gestaltete sich bisher als stabil und ohne Überraschungen. Nach Angaben der Bundeswehr zeigen die getroffenen Maßnahmen mittlerweile Wirkung und der Kräfteansatz kann langsam zurückgefahren werden. Daher ist es geplant, die Helfer aus dem Heidekreis gegen 22 Uhr komplett in die Nachtruhe gehen zu lassen. Am Dienstagmittag ist die Heimfahrt der Bereitschaften geplant, die dann am Nachmittag am Heimatstandort zurückerwartet werden.

 

Update Dienstag 25.09.2018 ca. 18 Uhr

Heidekreis (jf) Wie der stellvertretende Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Süd, Thomas Klamet,  mitteilte, hatte ein Großteil der Kräfte aus dem Heidekreis während der Nacht in der Berufsbildenden Schule in Meppen geruht, während Mitglieder des Wassertransportzugs Nord weiterhin die gemeldeten Glutnester beobachteten und die Riegelstellung aufrecht erhielten. Nach dem Frühstück in der Unterkunft wurden von den ausgeruhten Mannschaften dieselben Aufgaben wie tags zuvor übernommen, nämlich der Wasserförderung und Riegelstellung. 

Vom Fachzug Wassertransport Süd wurden parallel dazu drei geländegängige Tanklöschfahrzeuge in einem anderen Abschnitt zusammen mit der Bundeswehrfeuerwehr eingesetzt, um dort einen Brand zu bekämpfen. Nach Abschluss aller Aufgaben wurde um 13:30 Uhr nach dem Mittagessen die Rückfahrt an die Heimatstandorte aufgenommen. Die Stimmung war weiterhin gut, allerdings waren die ehrenamtlichen Helfer erschöpft.

Ein grundsätzliches positives Fazit zur Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einheiten zog die Bereitschaftsführung, die sehr zufrieden mit der erbrachten Leistung war. Am Nachmittag trafen die Mannschaften mit ihren Fahrzeugen an ihren Standorten ein. Dort mussten die Einsatzfahrzeuge gereinigt und aufgerüstet werden, um entsprechend für den Ernstfall vorbereitet zu sein – denn die Freiwilligen Feuerwehren sind rund um die Uhr für die Bevölkerung einsatzbereit.

Wie der Kreisbrandmeister Thomas Ruß verlauten ließ, machten sich gegen Dienstagmittag weitere sechs Einsatzkräfte auf den Weg nach Meppen. Es handelt sich dabei um Mitglieder der Technischen Einsatzleitung Nord, die eine entsprechende Ausbildung an der neuen Einsatzführungssoftware Command-X haben. Sie sollen Mitglieder der Technischen Einsatzleitung Stade vor Ort ablösen. Der Einsatz ist voraussichtlich bis Freitag geplant.